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Holzjäger

Interview mit Georg Schurian

Deine Familie arbeitet seit Generationen im Holzsektor. Möchtest du über diese Tradition sprechen?

Die Schurians haben eine ganz besondere Tradition: Seit vier Generationen heißen alle Erstgeborenen Georg und arbeiten im Holzbereich… Ich glaube nicht, dass es viele solcher Familien gibt! Alles begann 1896 in Feldkirchen, in Kärnten. Mein Urgroßvater Georg (oder wie wir ihn Georg der Erste nennen) war Lehrling in einem Sägewerk. Er war ein ganz besonderer Junge mit mathematischem Verstand: Er hatte berechnet, dass er durch den Verkauf des Holzes, eines nahe gelegenen Waldes, genug verdienen würde, um das Sägewerk zu kaufen, in dem er arbeitete. Also lieh er sich Geld von seinem Onkel aus, kaufte den Wald und übernahm dann das Unternehmen.

Gibt es einige Episoden deiner Holzjägeraktivität, die du gerne erzählen möchtest?

Zum Beispiel hat mich vor einiger Zeit ein Kärntner Bauer kontaktiert, um mir die Baumstämme im Wald in der Nähe seines Bauernhofes zu zeigen. Ich kam an, stellte mich vor und er rief aus: „Schurian? Diese Bäume waren schon groß, als sein Großvater klein war. “ Genau richtig, es waren Stämme von vor 150 Jahren, die aufgrund eines starken Windes umgefallen waren. Als ich sie sah, konnte ich nicht widerstehen und kaufte sie alle, teils wegen meiner persönlichen Beziehung zur Geschichte, teils weil sie wunderschön waren.

Als ich den ersten Tisch von Cristian in der Garage seines Hauses sah, wurde mir klar, dass dies der Beginn eines neuen Abenteuers war: Tabula.

Mit welchen Kriterien wählst du deine Lieferanten und Mitarbeiter aus?

Ich glaube fest an Autonomie und Verantwortungsbewusstsein: Ich bin absolut kein Zentralisierer, sondern wähle die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, aufgrund ihrer Fähigkeit aus, Entscheidungen zu treffen, Situationen zu bewältigen und ihren eigenen Beitrag zu Professionalität, Erfahrung und Leidenschaft zu leisten. Dieses Prinzip ergibt sich aus meiner persönlichen Überzeugung, aber auch aus Schulungen, die meine Unternehmenskultur bereichert haben. Diese haben mich veranlasst, Arbeitsbeziehungen auf der Grundlage einer etwas „alternativen“ Philosophie zu verwalten. Zum Vergleich anderer Unternehmen, die den wirtschaftlichen Aspekts an erster Linie stellen.

Sprich uns von deinem Team, mit wem teilst du das Tabula-Projekt?

Tabula ist ein Traum, der vor langer Zeit begann, als mir klar wurde, dass bei normalen industriellen Prozessen im Möbelsektor ein großer Teil des Edelholzes verschwendet wird, insbesondere bei großen Baumstämmen. Alles begann mit meinem Treffen mit Cristian und seiner Fähigkeit, diesen Traum mit seinen Händen zu gestalten. Als ich den ersten Tisch von Cristian in der Garage seines Hauses sah, wurde mir klar, dass dies der Beginn eines neuen Abenteuers war: Tabula.
Alessandro trat dann unserem Team bei, der die Kundenbeziehungen pflegt und all seine Erfahrungen und Verfügbarkeit einbringt. Tabula ist ein Projekt, das als kontinuierliches „work in progress“ konzipiert wird. Deshalb sind wir immer offen für neue Begegnungen und Kooperationen, zum Beispiel im Bereich Design: immer als ein Querdenker von Gemeinplätzen und verbliebt in diesen wunderbaren und einzigartigen Rohstoff, Das Holz.